Sebastian Maaß

Sebastian Maaß wurde im Jahr 1853 im oberbayrischen Bad Reichenhall geboren. Von 1891 bis 1898 führte er in Hamburg am Neuen Wall ein Photographisches Atelier. Dieses wurde zuvor von Franz Wilhelm Benque (1857-1912) betrieben, der Wurzeln in Mecklenburg hat. (siehe: http://werner0304.alfahosting.org/wordpress/?page_id=1641 )

Atelier Benque, Inh. S. Maß, Hamburg; Visitformat, © Sammlung Dierks

Im Februar 1898 übernahm Sebastian Maass das Atelier am Hopfenmarkt 14 von H. Grass. Maaß hatte im Jahr 1890 eine gebürtige Rostockerin geheiratet, vielleicht ist dort die Ursache für den Umzug nach Rostock zu suchen.

Rostocker Zeitung, 20.02.1898

Am Hopfenmarkt. Um 1915. Im zweiten Haus von rechts befand sich das Atelier, wahrscheinlich in einem rückseitigen Anbau im Dachgeschoss. Zwischen den Dachgeschossetagen ist am Giebel die Aufschrift zu erkennen: „S. Maass Photograph“. Ansichtskarte.

Maass warb mit soliden Preisen und Kinderbildern als Spezialität:

Rostocker Zeitung, 26.02.1898

Hier zwei Beispiele von Kinderbildern:

Kabinettformat, Rückseite blanko

Visitformat, Rückseite blanko

Das Dutzend Visitformate kostete bei Maaß im Jahr 1900 4,50 Mark.

Rostocker Anzeiger, 31.03.1900

Nachdem im Jahr 1903 der Neubau des Wertheim-Warenhauses mit Fotoatelier eröffnet hatte und das Dutzend Visitporträts ab 1,80 Mark anbot, fiel der Preis bei Maaß auf 1,90 Mark.

Rostocker Anzeiger, 17.12.1904

Aus den Anfangsjahren des Ateliers haben sich viele Fotografien erhalten, oft sind es Frauenporträts.

Visitformat

Die Gestaltung der Untersetzkartons ist vom Jugendstil beeinflusst, auch bei dem folgenden Porträt eines Matrosen des SMS Kaiser Karl der Große.

Visitformat

Aber auch „Kniestücke“ und „ganze Figuren“ lichtete Maaß ab. Die Hintergründe waren (aus heutiger Sicht) nicht selten kitschig bis völlig unpassend. Zu den bewegten Hintergründen wurden noch Postamente, Bänke und Blumen hinzudekoriert.

Visitformat, Rückseite blanko

Visitformat, Rückseite blanko

Visitformat

Visitformat

Visitformat

Visitformat

Wohl zum Ende der 1910 Jahre stieg Maaß auf Postkartenformate um.
Die nächste Karte ist einer der wenigen Belege aus der Zeit nach den Hartkartonfotos.

Postkartenformat. Prägung „S. MAASS, ROSTOCK“ links unten, rot markiert

Ob die nachfolgende Ansicht des Restaurants „Wartburg“ von Sebastian Maaß stammt, ist nicht ganz sicher. Als Fotograf ist rückseitig ein J. Maaß, Rostock, angegeben. Ist das nur ein Schreibfehler? Zu dieser Zeit gab es in Lübeck einen Fotografen J. Maaß. Hat er zeitweise in Rostock gearbeitet?

Restaurant Wartburg. Ansichtskarte, 1915 gelaufen

Das Atelier von Sebastian Maaß war bis 1931 in den Adressbüchern verzeichnet.

Am Hopfenmarkt. Ansichtskarte, Ende der 1920er Jahre. Über dem Auto rechts im Bild ist das Schild „S. MAASS. PHOTOGRAPH“ zu erkennen.

Sebastian Maaß starb im Jahr 1932.