Heinrich Zabel

Heinrich Zabel wurde am 13. Juni 1873 in Wismar geboren. Der Vater war Schuhmacher. In seiner Heimatstadt lernte er den Fotografenberuf.
Im Juni 1900 übernahm Zabel das Atelier in der Breiten Straße 21 in Rostock.

Rostocker Anzeiger, 06.06.1900

Rostocker Anzeiger, 06.06.1900

Auf den Ateliervorbesitzer Carl Pagels wies Zabel noch einige Zeit auf dem Untersetzkarton hin.

Visitformat

Visitformat

Zabel fertigte nicht nur Porträts, Gruppen- und Architekturaufnahmen per Auftrag – für Amateure übernahm er das „Entwickeln von Platten und Films, Kopieren und Fertigstellung der Bilder…“

Rostocker Anzeiger 01.05.1904

Rostocker Anzeiger 01.05.1904

Visitformat. Um 1905

Visitformat. Um 1905

Abgebildet ist Emma Maurer, geb. Sporleder. Sie stammte aus Steinbeck bei Güstrow. Ihr Gatte war Bürgermeister in Greifenberg in Pommern. Er verstarb früh und sie zog mit den Kindern nach Rostock.

Wilhelm Maurer. Visitformat. Um 1905

Wilhelm Maurer. Visitformat. Um 1905

Visitformat

Visitformat

Außenaufnahme. Kabinettformat

Außenaufnahme. Kabinettformat

Prinzessformat. Rückseite blanko

Prinzessformat. Rückseite blanko

Ein 90er. Prinzessformat. Rückseite blanko

Ein 90er. Prinzessformat. Rückseite blanko

Die nächste Aufnahme stammt von Rudolf Spach. Sie zeigt den Gasthof „Stadt Lübeck“ in der Kröpeliner Straße 21 um 1910.

© Hansestadt Rostock, Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen

© Hansestadt Rostock, Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen

Die rote Markierung weist darauf hin, was im Hinblick auf Heinrich Zabel interessant ist. Es ist ein Schaukasten des Zabelschen Ateliers.
spach-kroepeliner-str-21-zabel-ausschn

Zu Zabels Kunden gehörten auch Pastoren:

Visitformat

Visitformat

Visitformat.

Visitformat

Bei dem Soldaten ist der Schnurrbart etwas schief. In der linken Gesichtshälfte hat Zabel den Schnurrbart retuschiert und etwas zu lang und zu weit nach unten gezogen.

Großes Prinzessformat, unten beschnitten.

Großes Prinzessformat, unten beschnitten.

Während bei obigen Bild die Unechtheit der Landschaft im Hintergrund leicht zu erkennen ist, könnte man beim nächsten Bild den Vorhang für echt halten.

Prinzessformat

Prinzessformat

Und dann kommt zum unechten Vorhang noch ein Fenster hinzu, …

Kabinettformat

Kabinettformat

… durch welches das Licht auf Mutter und Kind zu fallen scheint – eine schöne Illusion.
Man muss lange hinsehen um es zu erkennen – dem Mädchen im nächsten Bild wurde eine Schleife auf Haar (nach)gezeichnet.

Kabinettformat.

Kabinettformat.

Zabel inserierte regelmäßig.

Rostocker Zeitung, 13.03.1911

Rostocker Zeitung, 13.03.1911

Der Erste Weltkrieg führte zu Personalmangel. Mehrfach suchte Heinrich Zabel einen Lehrling.

Rostocker Zeitung, 20.03.1915

Rostocker Zeitung, 20.03.1915

Anscheinend war die Suche nicht sonderlich erfolgreich, denn im März 1918 suchte Zabel dann eine Gehilfin.

Rostocker Zeitung, 15.03.1918

Rostocker Zeitung, 15.03.1918

Während des Krieges stellte Zabel auf die Fotografie im Postkartenformat um.

Rückseitiger Namensaufdruck vergrößert dargestellt

Rückseitiger Namensaufdruck vergrößert dargestellt

Reichswehr

Reichswehr

Zabel reiste für Aufnahmen auch in die Umgebung.

Kinderheilanstalt „Bethesda“ Solbad Sülze i.M.; rückseitiger Namensaufdruck vergrößert dargestellt

Kinderheilanstalt „Bethesda“ Solbad Sülze i.M.; rückseitiger Namensaufdruck vergrößert dargestellt

Die folgende Ansichtskarte vom Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Füsiliere des Regiments Nr. 90 schickte Heinrich Zabel im Jahr der Einweihung 1926 an seinen Bruder Friedrich, der in der Schweiz lebte.

Rückseitiger Namensaufdruck vergrößert dargestellt

Rückseitiger Namensaufdruck vergrößert dargestellt

Auch bei der Lichtwoche 1928 war Zabel dabei. (Eine Veranstaltung, die anders als in der Gegenwart durchaus einen Sinn hatte – oder muss man heute noch dem Rostocker die Möglichkeiten elektrischen Lichts vorführen?)
zabel-lichtwoche-kroepeliner-tor-akDie folgende Anzeige ist vielleicht die letzte von Heinrich Zabel.

Rostocker Anzeiger, 13.12.1930

Rostocker Anzeiger, 13.12.1930

Am 17.02.1931 stirbt Heinrich Zabel in Rostock.
Die letzte Ansichtskarte wurde erst nach Zabels Tod befördert:

Rostock. Universität. Rechts: Foto Heinr. Zabel. Rückseitiger Aufdruck: Postkartenverlag Heinedruck Rostock. 1933 gelaufen

Rostock. Universität. Rechts: Foto Heinr. Zabel. Rückseitiger Aufdruck: Postkartenverlag Heinedruck Rostock. 1933 gelaufen

Heinrich Zabel hatte 1908 geheiratet und war Vater eines Sohnes. Er arbeitete mehr als 20 Jahre als Schriftführer und Armenpfleger der Armenfürsorge für den 12. Bezirk, zu dem die Straßen Beim Blauen Turm, Fischerstraße, Himmelfahrtstraße und Kleine Lastadie II gehörten. Freitags sang Zabel im Nachbarhaus mit dem Bürgersängerkranz in Sternbergs Restaurant in der Breiten Straße 20.