Alexander Becker

Alexander Becker wurde 1872 in Gnesen geboren. Im August 1893 übernahm er in Rostock in der Ulmenstraße 24 das Fotoatelier von Wilhelm Günter, der nur kurz selbiges betrieben hatte. Becker kaufte noch im Jahr 1893 das Haus von A.C. Reuter, der vor Günter das Atelier geführt hatte.

Rostocker Anzeiger, 22.08.1893

Rostocker Anzeiger, 22.08.1893

Da das Atelier sich schräg gegenüber der Kaserne befand, waren Beckers Kunden zumeist Soldaten.

Visitformat

Visitformat

Visitformat, rückseitig mit 1899 datiert

Visitformat, rückseitig mit 1899 datiert

Die Hausnummer des Ateliers hatte 1897 von 24 auf 27 gewechselt.

Noch vor 1900 entstand die Aufnahme vom Waldrestaurant Barnstorf.

Kabinettformat, © Thomas Meier, Hagemeister-Nachlass

Kabinettformat, © Thomas Meier, Hagemeister-Nachlass

Dieselbe Aufnahme wurde auch für eine Postkarte verwendet.

Verlag J. Schliemann, Rostock; 1900 gelaufen; ein Hinweis auf den Fotografen findet sich auf der Karte nicht.

Verlag J. Schliemann, Rostock; 1900 gelaufen; ein Hinweis auf den Fotografen findet sich auf der Karte nicht.

Noch im Jahr 1899 gab Becker das Atelier in der Ulmenstraße ab und verkaufte spätestens 1901 das Haus. Für das Atelier fand sich nur für ca. ein Jahr ein Nachnutzer.
Wohl 1900 übernahm Becker das Restaurant in der Fritz-Reuter-Str.32. Dieses führte er zusammen mit der Witwe des Vorbesitzer, Elisabeth Giertz.
Im Jahr 1902 wurde geheiratet. Bereits zwei Jahre zuvor waren beide Eltern eines Sohnes geworden, dem noch zwei Töchter folgten.

Rostocker Anzeiger, 27.03.1904

Rostocker Anzeiger, 27.03.1904

Ob Becker von 1900 und 1910 nicht als Fotograf arbeitete oder ob er lediglich im Adressbuch nicht als solcher geführt wurde, ist nicht ganz klar.

Gruß aus Lewerenz Hotel, Ausschnitt aus einer Postkarte, 1903 gelaufen. Verlag A. Becker, Rostock.

Gruß aus Lewerenz Hotel, Ausschnitt aus einer Postkarte, 1903 gelaufen. Verlag A. Becker, Rostock.

Da Carl Lewerenz im Jahr 1900 das Hotel eröffnete, ist die Ansichtskarte ein Indiz dafür, dass Becker zumindest noch bis 1900 als Fotograf tätig war.

Von 1911 bis 1940 wurde Becker wieder als Fotograf im Adressbuch geführt. Die Kundenklientel änderte sich vorerst nicht.

Visitformat; Rückseite blanko

Visitformat; Rückseite blanko

Visitformat, Rückseite blanko

Visitformat, Rückseite blanko

Das Atelier befand sich im Hof in einem Glashaus. Vor dem Restaurant stand ein großer Schaukasten an der Straße.

Als das Visitporträt nach dem 1. Weltkrieg aus der Mode war, hat sich Becker umgestellt und entwickelte seine Bilder auf Postkartenformaten. Leider hat er diese wohl nicht mit seinem Namen versehen. Deshalb konnten nur wenige Bilder ihm zugeordnet werden.

um 1930; © Alexander Becker jr.

um 1930; © Alexander Becker jr.

Abgebildet sind Beckers Enkel Alexander (links) und Karl-Heinz. Alexander Becker (jr.) erinnerte sich noch 80 Jahre später daran, dass sein Großvater den Kindern eine Stange hinter den Rücken stellte, damit sie besser stillstehen würden. Das Procedere erinnert an die Kopfhalter aus der Frühzeit der Fotografie. Auf den Kinderbildern ist dieser „Körperhalter“ nicht erkennbar, aber auf der folgenden Aufnahme aus der Zeit des 1. Weltkriegs. Hinter dem rechten Fuß des Soldaten sind die drei Beine der Haltestange zu sehen.

Visit lang, Rückseite blanko

Visit lang, Rückseite blanko

Postkartenformat, Rückseite blanko, © Alexander Becker jr.

Postkartenformat, Rückseite blanko, © Alexander Becker jr.

Das Konfirmationsbild von Alexander Becker jr. entstand 1940 und ist einer der letzten Belege des Fotografen Becker senior.
Er stirbt im Oktober 1945 in Rostock.

Ich danke Alexander Becker (Junior) und seiner Frau für die Einblicke in die Vergangenheit und Hannes Rother, der den Kontakt herstellte.

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