Paul Moennich

Paul Moennich wurde 1855 in Drüsewitz bei Tessin als Sohn eines Gutsbesitzers geboren. An der Großen Stadtschule in Rostock machte er Abitur, studierte danach in Tübingen, Berlin und ab 1882 in Rostock, wo er 1883 promovierte. Von 1886 und 1895 war er Privatdozent der Physik an der Universität Rostock. Er konstruierte verschiedene elektrische Instrumente. 1895 nahm Professor Moennich Abschied von seiner Lehrtätigkeit und widmete sich ganz der Mal- und Zeichenkunst.
Paul Moennich war auch Fotograf, er war einer der ersten Fotoamateure Rostocks. Drei Aufnahmen von ihm sind überliefert:

Visitformat, © Sammlung Werner Moennich

Visitformat, © Sammlung Werner Moennich

Das Bild zeigt den Vater von Paul Moennich, den Gutsbesitzer Lucas Wilhelm Friedrich Moennich (1803 – 1886). Auf der Rückseite ist handschriftlich vermerkt: P.M.79, was wohl Paul Moennich 1879 bedeutet und für einen Amateur ein sehr früher Zeitpunkt ist.

Visitformat, © Archiv der Hansestadt Rostock

Visitformat, © Archiv der Hansestadt Rostock

Abgebildet sind: Ludwig Gerhardt, Universitäts-Sekretär, hinten links, davor seine Frau Auguste, sitzend deren Mutter Wilhelmine Nehlsen, daneben Ludwigs und Augustes Tochter Anna und rechts Ludwigs Vater Christian Friedrich Gerhardt.
Da Anna 1877 geboren wurde und Christian Friedrich im Oktober 1883 starb, muss das Foto 1882/1883 aufgenommen worden sein.

Kabinettformat, © Sammlung Werner Moennich

Kabinettformat, © Sammlung Werner Moennich

Diese Aufnahme wurde um 1905 aufgenommen und zeigt Moennichs Ehefrau Frieda Meta Sophie Susanna Moennich geb. von Schrader (1865 – 1956).
Technisch sind die Arbeiten gut ausgeführt, von einer Profiaufnahme nicht zu unterscheiden. Im Vergleich zu Aufnahmen von Berufsfotografen wirkt die dritte Aufnahme etwas aus der Zeit gefallen. Die Kleidung von Frau Moennich passt in die 1880er Jahre, das verwendete Albuminpapier ist auch aus der Mode und während die Berufsfotografen florale Ornamente auf ihre Untersetzkartons drucken ließen, verwendet Moennich das Design der der Aufnahme von 1882/3. Als Amateur musste er nicht mit der Zeit gehen.
Bei wem Moennich das Fotografieren erlernte ist nicht überliefert, vielleicht bei einem Rostocker Fotografen. Rostock war eine überschaubare Ortschaft. Man traf sich zum Beispiel bei den Treffen des Ortsverbandes des Mecklenburgischen Vereins für Geflügelzucht. Erster Schriftführer des Vereins war Pauls Bruder Dr. Wilhelm Moennich, zweiter Schriftführer der Portraitmaler und Photograph Sievert Steenbock. …

Dank an Berthold Brinkmann, der den Anstoß zu diesem Text gab und an Werner Moennich, der viele wichtige Hintergrundinformationen lieferte.

Quellen und weitere Informationen: Professorenverzeichnis der Uni Rostock: http://cpr.uni-rostock.de/metadata/cpr_person_00002654 ; Hans-Heinrich Schimler: Prof. Dr. phil. Paul Moennich. Ein mecklenburgischer Erfinder, Naturwissenschaftler und Kunstmaler. in: Rostocker Zorenappels. Sonderband Erfindungen, Technik und Verkehr. Rostock 2013

 

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