Clara Eisfeldts Familienalbum

Der Verkäufer auf dem Flohmarkt wünschte mir noch, dass ich die Namensbezeichnungen entziffern könne und ein paar berühmte Personen dabei wären.
Es folgten lange Abende, um Namen zu entziffern und Zusammenhänge herzustellen. Die Kurrentschrift ist nur schwer zu lesen, teilweise auch das nicht, weil der Bleistift zu stark verblasst oder verwischt war oder in die vielen Haken kein Sinn hineinzubringen war.

Beispiel einer Bildunterschrift: Adam Peltzer, Großvaters Schwiegervater

Aufgrund des Schriftbildes ist anzunehmen, dass die Beschriftungen von zwei verschiedenen Personen vorgenommen wurden, ganz überwiegend jedoch von einer. Die Beschriftungen scheinen nicht alle richtig zu sein.
Das älteste Foto entstand Anfang der 1860er Jahre, das neueste wohl kurz nach 1900. Überwiegend stammen die Aufnahmen aus den 1860er und 1870er Jahren.
Das Album führt in die Welt nichtadliger Gutspächter in Mecklenburg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die Bilder des Albums habe ich beim Scannen durchnummeriert. Das erste Bild aus Seite 1 hat die Nummer 01-01, das zweite 01-02 usw.. Bilder auf Doppelseiten haben dieselbe Anfangsnummer. In den Bildunterschriften steht in Anführungszeichen die Albumbeschriftung der Bilder. Die Beschriftungen enthalten keine Jahreszahlen, wie z.B. das Geburtsjahr. Weitere Dokumente, wie z.B. Todesanzeigen, habe ich selbst recherchiert und hinzugefügt.
Nun zum Inhalt des Albums:
Das erste Bild zeigt tatsächlich eine berühmte Person, die mir der Verkäufer so gewünscht hatte. Es ist Großherzog Friedrich Franz II. auf dem Sterbebett.

01-01. Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin auf dem Sterbebett. Fotograf: Edmund Behncke, Schwerin

Es folgen auf der ersten Doppelseite vier Fotos, die Kinder zeigen und beschriftet sind mit: Onkel Paul, Tante Sophie, Tante Mili, Toni und Mutter.
Das Album ist also von einem Kind der mit „Mutter“ bezeichneten Person beschriftet worden. Mit Mutter ist Clara Eisfeldt gemeint. Sie wird 1865 in Harst bei Wittenburg geboren.

02-03. „Mutter“. Fotograf: Eduard Thoerenberg, Wittenburg

Fast am Ende des Albums finden sich noch zwei Bilder mit Clara. Beides sind Kabinettformate.

18-02. Von links nach rechts: „Minken (?) Schön und ihre Mutter, Mutter und Tante Sophie.“ Ende 1870er Jahre. Fotograf: J.F. Juers, Güstrow

Das nächste Foto stellt wohl eine Verkleidungsszene dar. Der Herr könnte auch eine Frau sein, Clara ist wohl die unverkleidete Person.

19-01. „Mutter“ Fotograf: Emil Hartmann, Wittenburg

1887 heiratet Clara in Wittenburg Ernst Fratzscher aus Witzin. Sein Vater hat dort Land gepachtet. 1898 wird Tochter Erika im niedersächsischen Breselenz geboren, 1913 in Schwerin konfimiert. 1919 lebt das Ehepaar in Parkentin. Sie sind mittlerweile Großeltern. In den 1930er Jahren lebt Clara allein in Schwerin.
Weitere Kinder von Clara sind (bisher) nicht bekannt. Es ist also wahrscheinlich, dass Erika das Album beschriftete oder Clara beschriftete es für die Tochter.
Das nächste Foto zeigt die Geschwister Sophie und Paul Eisfeldt.

02-01. „Onkel Paul, Tante Sophie“. Fotograf: C. Freitag, Schwerin, spätestens 1865

Helene Sophie Julie Eisfeldt wird 1862 in Harst bei Ludwigslust geboren.

05-05. „Tante Sophie“. Fotograf: A.Schützmann, Schwerin

05-06. „Tante Sophie“. Fotograf: J.F. Jürs, Güstrow

Im Jahre 1888 heiratet Sophie Eisfeldt in Wittenburg Ernst August Eugen Voelckers (1863–1956). Aus der Ehe gehen mindestens fünf Kinder hervor: Emmy, Ernst, Christian, Werner Ernst August und Margaret. Die beiden letzten Kinder werden in den USA geboren. Die Familie ist 1894 ausgewandert. Das Album enthält ein Foto aus Iowa. Die abgebildeten Personen sind nicht benannt, es ist aber anzunehmen, dass Sophie zu sehen ist, wohl mit Werner Ernst August, geb. 1899.

23-01. Fotograf: Coover & Co., Iowa City

1932 stirbt Sophie in Iowa City.
Zurück zu dem Bild mit zwei Kleinkindern. Neben Sophie steht Paul. Er wird 1858 geboren.

02-05. „Onkel Paul“. Fotograf: August Schützmann, Schwerin

Zum Wehrdienst weilt Paul wohl in Hannover:

02-08. „Onkel Paul“. Fotograf: Wilhelm Ernst, Hannover

Kurz vor der Hochzeit geht Paul in Schwerin zum Fotografen. Im Album ist zu den beiden nächsten Fotos vermerkt: „Onkel Paul und Tante Frieda als Brautleute“.

05-01. Fotograf: August Schützmann, Schwerin. 1881

1882 heiratet Paul Eisfeldt in Bützow Frieda Luise Franziska Sophie Lübcke (1861–1945).

05-02. Fotograf: Edmund Behncke, Schwerin

Zu der Zeit ist Paul Gutspächter in Kambs. Sein Schwiegervater ist Rentier und war Gutspächter in Toddin. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Katharine „Käthe“, Paul und Theodor.
Anfang der 1910er Jahre zieht Paul nach Rostock, wo er 1923 stirbt.

Todesanzeige. Rostocker Anzeiger, 24.05.1923

Das nächste Kinderbild auf der ersten Doppelseite des Albums ist bezeichnet mit Tante Mili, Toni.

02-02. Fotograf: C. Freitag, Schwerin. Spätestens 1865

Mili, das ist Emilie Eisfeldt, geb. 1859. Sie bleibt unverheiratet.

05-03. „Tante Mili“. Fotograf: Strauß & Harder, Rostock. 1872/73

02-06. „Tante Mili“. Fotograf: August Best, Rostock

Im Jahr 1900 lebt sie bei ihren Eltern in Ostorf.
Toni, das ist Antonie Eisfeldt, geb. 1861.

05-04. „Tante Toni“. Fotograf: August Schützmann, Schwerin

Antonie heiratet 1888 den Lübecker Buchhändler Robert Lübcke. Das Paar lebt die nächsten Jahrzehnte in Lübeck. Fünf Kinder werden geboren. 1942 stirbt Antonie Lübcke in Scharbeutz.

Die Eltern von Clara, Antonie, Emilie und Paul sind Helmuth Eisfeldt und dessen zweite Frau Mathilde (*1836) geb. Levecke. Sie heiraten 1856. Helmuth Eisfeldt wird 1821 in Schwerin geboren.

16-03. „Großvater“. Fotograf: C. Freitag, Schwerin. Spätestens 1865

Spätestens seit 1854 bis ca. 1890 bewirtschaftet Helmuth Eisfeldt das Gut in Harst bei Wittenburg. Seine erste Frau Sophia, geb. Pelzer, stirbt mit nur 25 Jahren 1854 im Kindbett.
Im Album findet sich ein Foto, das Sophia zeigen soll. Dies ist kaum möglich, da das verwendete Fotoformat der Carte de Visit erst Ende der 1850er Jahre in Mecklenburg Einzug hielt und der ausführende Fotograf C. Freitag sich nur von 1863 bis 1865 in den Schweriner Adressbüchern findet. Vielleicht ist es doch Mathilde.

16-04. „Großvaters erste Frau, geb. Peltzer, Grevismühlen“. Fotograf: C. Freitag, Schwerin. Spätestens 1865

Aus der Familie von Sophia Pelzer finden sich Bilder des Vaters und eines Bruders und dessen Ehefrau im Album. Adam Martin Pelzer, geb. 1788 in Kröpelin, ist lange Jahre als Kaufmann in Grevesmühlen tätig.

10-06. „Adam Peltzer, Großvaters Schwiegervater“. Fotograf: Hermann Linde, Lübeck

Sohn August Pelzer (1827-1907) ist ebenfalls Kaufmann in Grevesmühlen.

10-07. „August Peltzer, Schwager von Großvater“. Fotograf: Hermann Linde, Lübeck.

Verheiratet ist August Pelzer mit Friederike Auguste Maria geb. Voigts (1831-1899).

10-08. Fotograf: Hermann Linde, Lübeck

Helene Pelzer (1824-1888), eine weitere Tochter von Adam Pelzer, heiratet 1848 den Hofrat Paul Helmuth Witt (*1819) in Bützow. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Auguste (*1857) verh. Floerke, Paul (*1855) und Emma (*1849) verh. Griewank.

11-07 „Hofrat Witt – Dreibergen
Großvaters Schwägerin
Kinder: Emma Griewank, Paul Witt,
Auguste Floerke“

11-08 „Frau Helene geb. Pelzer“

17-07 „Staatsanwalt Floerke u Frau Auguste“. Fotograf: Edmund Behncke, Schwerin

Von Helmuth Eisfeldts Frau Mathilde sind keine Bilder im Album enthalten, aber einige Fotos von Mathildes Verwandten.
Mathildes Schwester Emma wird 1848 geboren.

21-05. „Tante Emma Witt, 16 Jahre“

Sie heiratet Maximilian Witt, geb. 1838 in Niex. Ob und wie Maximilian Witt mit Hofrat Witt verwandt ist, ist nicht bekannt. Maximilian Witt ist Pächter in Kronskamp. Aus der Ehe mit Emma gehen mindestens sechs Kinder hervor.

03-01. „Onkel Max Witt, Tante Emma, Kronskamp“

03-02. Maximilian und Emma Witt. Fotograf: August Best, Rostock

03-03: Maximilian Witt mit Sohn Carl Ludwig, geb. 1865. Fotograf: George Hornemann, Rostock

03-07. Hugo Witt, geb. 1867. Fotograf: George Hornemann, Rostock

03-04. „Tante Emma mit Elisabeth und Erna“. Fotograf: Strauß & Harder, Rostock

Tochter Elisabeth wird 1868 geboren, Erna 1872. Emma Witt stirbt bereits 1881.

03-08. „Max Helmuth“, geb. 1879. Fotograf: Kinder, Rostock

13-01. „Carl Ludwig und Hugo Witt“. Fotograf: August Best, Rostock

13-02. „Elisabeth und Erna Witt“. Fotograf: August Best, Rostock

12-02. Maximilian Witt. Fotograf: F. Voigt, Güstrow

Maximilian Witt stirbt 1906 in Laage.

Zurück zu Mathilde Levecke, der zweiten Frau von Helmuth Eisfeldt. Ihr Bruder Helmuth Levecke wird 1844 in Rüting geboren. Wie der Vater wird auch Helmuth Gutspächter, wohl an verschiedenen Orten in Mecklenburg.

04-01. „Onkel Helmuth“. Fotograf: C. Freitag, Schwerin. Spätestens 1865.

Helmuth heiratet Marie geb. Ehlers, Tochter eines Gutspächters aus Dambeck.

04-02. „Tante Marie“. Fotograf: H. Krüger, Schwerin. Spätestens 1868.

Und noch ein Bild als Ehepaar:

04-03. Fotograf: Friedrich Böttcher, Klütz.

Das Paar hat zwei Töchter: Helene, Jahrgang 1873, lebt nur wenige Monate. Ein Jahr zuvor wurde Johanna geboren:

04-04. Fotograf H. Krüger, Schwerin

04-07. „Johanna Levecke“. Fotograf: A. Schützmann, Schwerin

1898 heiratet Johanna den Landwirt Theodor Johann Ludwig Möller (1865-1936). Im Jahr 1900 ist er Pächter des Gutes Tannenhof bei Lübz. Aus der Ehe gehen drei Töchter hervor: Ilse, Hanna und Elisabeth. Auf dem folgenden ist wohl eine von ihnen zu sehen.

04-08. „Johanna Levecke verehelichte Möller“, wohl mit Tochter. Fotograf: Bernhard Prill, Lübeck

Mathilde Eisfeldts ältester Bruder war Fritz Levecke.

04-05 „Onkel Fritz, Meteln“

Fritz wird 1838 in Rüting geboren. Anfang der 1860er Jahre pachtet er den Hof Meteln. 1862 heiratet er Mathilde geb. Ehlers (*1841).

04-06. „Tante Mathilde Levecke“. Fotograf: C. Freitag, Schwerin. Spätestens 1865

Mathilde Eisfeldt hatte noch drei weitere Brüder: Ernst (*1846), Adolf (*1947, 1875 ausgewandert) und Carl (*1851).

08-01 „Ernst als Kaufmann an Schwindsucht in Rüting gestorben“. Fotograf: H. Krüger, Schwerin

08-02 „Adolf, in Amerika gestorben“. Fotograf: H. Krüger, Schwerin. Spätestens 1868

21-06 „Onkel Karl Levecke“. Fotograf: H. Krüger, Schwerin

08-03 „Karl“. Fotograf: C. Pietzner, Teplitz-Schönau

Zur Volkszählung 1867 lebten mehr als zwanzig Menschen auf dem Hof Rüting der Leveckes. Ob die beiden folgenden Frauen auch darunter sind, konnte nicht ermittelt werden.

08-05. „Erzieherin in Rüting“. Fotograf: C. Möllhoff, Schwerin

08-06 „Mamsell in Rüting“

Mathilde Eisfeldts Mutter Emilie Levecke war eine geborene Petersen und kam 1817 zur Welt. Aus dem Familienzweig finden sich auch Bilder im Album. Frieda Petersen ist Jahrgang 1825 und eine geborene Glaevecke. In der Volkszählung 1867 wird sie als Pächterin des Hofes Panzow bei Neubukow geführt. Sie stirbt 1878.

11-01. „Tante Frieda Petersen aus Panzow“. Foto: C. Freitag, Schwerin. Spätestens 1865

Emilies Schwester Rudolphine Johanna Elise Petersen (*1819) heiratet 1841 Karl Heinrich Johann von Suckow.

11-02. „Frau v. Suckow, Großmutter Leveckes Schwester“. Fotograf: C. Möllhoff, Schwerin

Emilie hatte auch einen Bruder. Christoph Friedrich Eduard Petersen wird 1823 in Panzow geboren.

11-04. „Onkel Eduard Petersen – Ostorf. Bruder von Großmutter Levecke“. Fotograf: C. Freitag, Schwerin. Spätestens 1865.

Er heiratet Sophie Klatt (1822-1895). Zur Volkszählung 1867 sind acht Kinder verzeichnet. Petersens bewirtschaften den Hof Ostorf. 1907 stirbt Eduard in Schwerin.
1826 wird mit Friedrich Heinrich Hermann Petersen ein weiterer Bruder von Emilie Levecke geboren. Er ist verheiratet mit Johanna, geb. 1837 in Görslow als Tochter des Gutspächters Röper. 1867 wohnt das Paar mit fünf Kindern als Pächter in Boize bei Zarrentin. Es folgen Pachtungen in Volkenshagen und Haeschendorf. Hermann stirbt 1892 in Volkenshagen, Johanna stirbt 1918 in Bentwisch.

11-06. „Tante Johanna Petersen, Frau von Hermann, Volkenshagen“. Fotografin: E. Bieber, Hamburg

Friedrich Wilhelm Petersen ist ein Onkel von Emilie Levecke. Er wird 1802 geboren.

11-05 „Onkel Fritz Petersen“

Nun zur Verwandschaft von Mathildes Gatten und Claras Vater Helmuth Eisfeldt.
Sein Vater war Friedrich Christoph Eisfeldt. Er wird 1773 im thüringischen Hainrode geboren. Aus seiner ersten Ehe mit Sophia geb. Gerdes (1779 – 1820) gehen eine Tochter und fünf Söhne hervor: Johanna (geb. 1813), Friedrich Wilhelm(1803-1871), August Heinrich (1807-1893), Carl Ferdinand (1809-1896), Friedrich Hermann, (1817-1866) und Christian Adolph. Nach dem Tod der ersten Frau heiratet Friedrich Christoph Eisfeldt 1820 Sophia geb Schumacher (1794-1886). Helmuth, Otto (1827-1900) und Christian Johannes Eduard (*1829) sind die Söhne, die aus der Ehe hervorgehen. Friedrich Christoph Eisfeldt, Protonotar beim Oberappellationsgericht, stirbt 1846 in Rostock. Friedrich Wilhelm Eisfeldt (1803-1871) ist seit Mitte der 1840er Jahre in Rostock als Kaufmann tätig.

Rostocker Zeitung, 25.11.1871

Verheiratet war er mit Marie geb. Krückmann. Sie stirbt 1884 mit 72 Jahren. Deren Mutter ist eine geborene Röper. Sie ist verwandt mit Prof. Joahnn August Christian Röper und auch mit dem Medizinalrat Johann Carl Friedrich Strempel, der ebenfalls mit einer Frau verheiratet ist, deren Mädchenname Röper lautet.

09-01 „Onkel Wilhelm Eißfeldt und Frau, Großvaters ältester Stiefbruder und Frau, Tante Marianne (?). Kinder: Onkel Max in Toddin, Onkel Helmuth in Geestemünde“

09-02. Maria Eisfeldt

09-05. „Onkel Aug. u. Tante Aug., Kind Berta Schütz (?) Amerika“. Fotograf: Ed. Eichmann, Hamburg

Abgebildet sind August Heinrich Eisfeldt (1807-1893) und seine Ehefrau Auguste.
August ist Zahnarzt und verheiratet ist er mit Dorothea Charlotte Auguste geb. Förster (1812- 1884).
Es hat den Anschein, dass August einige Zeit in den USA war und dort 1879 Vater von Tochter Bertha wird.

09-07. „Onkel Karl – Travemünde. Kinder Emma, Auguste, Mathilda“. Fotograf: Hermann Linde, Lübeck

Carl Ferdinand Eisfeldt wird 1809 in Güstrow geboren ist ab 1842 in Travemünde ansässig, von Beruf Apotheker und verheiratet mit Caroline, geb. 1811.

09-08. „Tante Jette“. Fotograf: Hermann Linde, Lübeck

Ob Caroline Eisfeldt als Tante Jette bezeichnet wurde und es somit diegleiche Person sind, ist nicht gesichert. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor: Marie, Emilie, Auguste und Eduard. Carl Ferdinand Eisfeldt stirbt 1896.

09-03. „Dr. Hermann Eißfeldt. Großvaters Stiefbruder, Kind Minna Chrestin“. Fotograf: Ed. Eichmann, Hamburg

Wie auf Rückseite des Fotos zu lesen ist, wird Hermann Eisfeldt am 22.8.1817 geboren. Er praktiziert in Warin als Arzt. 1848 heiratet er dort Anna Wilhelmine Caroline Dorothea geb. Tapp verwitwete Haase. 1851 wird Tochter Hermine geboren, womit die oben genannte „Minna“ gemeint ist. Sie heiratet 1874 Ernst Ludwig Friedrich Chrestin. Hermann Eisfeldt stirbt 1866.

09-04. „Frau Eißfeldt verw. Haase, geb. Tapp“. Fotograf: H. Hagemeister, Schwerin

Anna Eisfeldt wurde, wie auf der Fotorückseite zu erkennen ist, an einem 03. November Anno Toback geboren. Konkret ist es das Jahr 1809. Sie lebt bis 1889.

09-06 „Onkel Otto, Tante Betty. Kinder Johanna, Karl, Betty“. Fotograf: Ed. Eichmann, Hamburg

Otto Carl Friedrich Eisfeldt wird 1827 in Parchim geboren. 1865 heiratet er in Vellahn Betty Rebbecca Elise verwitwete Braack, geb. Wichers, geb. 1834. Zu der Zeit ist Otto Oeconom in Brahlstorf. Die kommenden Jahre verbringt die Familie erst als Pächter in Klein-Lantow bei Laage und dann in Allershagen. Aus der Ehe gehen mindestens fünf Kinder hervor. Die Tochter Paula wird nur zwei Jahre alt.

Rostocker Zeitung, 12.12.1879

Ab den 1880er Jahren wohnt die Familie in Rostock, erst in der Krämerstraße, dann im Heiligengeisthof. Otto arbeitet bis zu seinem Tod im Jahr 1900 als Versicherungsbeamter bei der Vaterländischen Feuerversicherungs-Societät.

Rostocker Anzeiger, 13.07.1900

Seine Frau Betty zieht nach Ottos Tod erst in die Doberaner Straße und um 1910 in die Neubramowstraße. Bis 1918 findet sie sich in den Adressbüchern.
Vom jüngsten Bruder Christian Johannes Eduard Eisfeldt, geboren 1829 in Parchim findet sich kein Bild im Album. Dafür von seiner Ehefrau, die er 1852 in Rostock heiratet.

10-01. „Tante Pauline Hamburg“. Fotograf: H. Norden, Hamburg

Pauline Helene Louise Wilhelmine Capell wird 1833 in Rostock geboren und stirbt 1908 in Hamburg.
Ihr Vater ist der Kaufmann und Direktor der Rostocker Bank Johann Joachim David Capell. Verheiratet ist er mit Sophia Catharina Louise geb. Bencard (1791-1863).

Rostocker Zeitung, 01.07.1863

10-02. „Ihr Vater Kaufmann Kapell, Bankdirektor.“ Fotografin: E. Bieber, Hamburg

Paulines Schwester Betty Sophie Henriette Christiane Capell wird 1837 in Rostock geboren.

10-04. „Ihre Schwester Betty.“ Fotograf: Emil Tesch, Schwerin

Sie heiratet Albert Johann Friedrich Lüders (*1831 in Rostock, gest. 1896 in Rostock).

10-03. „Ihr Schwager Lüders, Kaufmann in Hamburg“. Fotograf: Emil Tesch, Schwerin

Zu Beginn der 1970er Jahre ist er Kaufmann in der Firma J.D. Capell Nachfolger. Zur Firma in der Kröpeliner Straße 34 gehört eine Essig- und Spriet-Brauerei, Schiffs-Rhederei, eine Malzfabrik, ein Lager rheinischer Mühlsteine. Später kommt der Handel mit Colonialwaaren hinzu. Wie der Schwiegervater ist Lüders mehrere Jahre Kirchenvorsteher von St. Jakobi.

Rostocker Zeitung, 16.05.1896

Nach dem Tod von Albert Lüders verkauft Witwe Betty Lüders das Haus an Wertheim.

Das Giebelhaus in der Bildmitte, Kröpeliner Str. 34, ist das Haus von Capell/Lüders. Reproduktion von Foto-Eggers

Betty Lüders zieht in die Ludwigstraße, wo 1907 stirbt.
Damit sind alle näheren Verwandten aus den Linien Levecke und Eisfeldt abgebildet. Aber es finden sich noch einige weitere Bilder im Album, z.B. von einigen Pastoren.

14-01. „Pastor Schmidt hat Mutter getraut“. Fotograf: Edmund Behncke, Schwerin

Dr. Gustav Gottlieb Friedrich Ludwig Schmidt (1840-1896) ist von 1868 bis 1871 zweiter Pastor und dann bis zu seinem Tod erster Pastor in Wittenburg.

14-03. „Pastor Metterhausen in Kritzkow (Tante Mia getauft)“. Fotograf: Ed. Thoerenberg, Wittenburg

Wer Tante Mia ist, kann hier nicht geklärt werden, belegt ist jedoch, dass Pastor Metterhausen am 10.3.1861 Antonie Eisfeldt getauft hat. Ludwig Metterhausen (1828-1899) ist von 1858 bis 1868 zweiter Pastor in Wittenburg, danach bis zu seinem Tod erster Pastor in Kritzkow.
Auch wenn das nächste Bild im Album nicht bezeichnet ist, wird es wohl die Ehefrau von Pastor Metterhausen zeigen.

14-04 Fotograf: Ed. Thoerenberg, Wittenburg.

Wilhelmine Friedrike Henriette wird 1833 in Rostock als Tochter des Kaufmanns Christoph Friedrich Joachim Zelck geboren. Sie stirbt 1914 in Güstrow.
Eines der ältesten Fotos in dem Album zeigt den Wismarer Pastor Johann Ernst David Hager (1805-1862).

17-01. „Pastor Hager u. Frau, Wismar“

Von den Kindern des Ehepaars finden sich auch Bilder im Album.

17-02. „Tochter Toni Kurtz mit Mann“. Fotograf: Gebrüder Grundner, Berlin

Antonia „Toni“ Hager (1837-1911) heiratet Johannes Christian Kurtz (1837-1911).
Aus der Ehe gehen mindestens sieben Kinder hervor: Emilie, Auguste, Elisabeth, Anna, Wilhelm und Adolf. Aufgrund der Altersdifferenz der Töchter sind auf dem nächsten Bild wahrscheinlich Emilie und Auguste zu sehen und von der zeitlichen Einordnung des Fotos von Graff sollte wohl Elisabeth zu sehen sein.

17-03. Fotograf: Wilhelm Grundner, Berlin

17-04. Fotograf: Philipp Graff, Berlin

Familie Kurtz wandert 1886 in die USA aus.
Für das zweite Foto einer Tochter von Pastor Hager gibt es zwei Kandidatinnen: 1. Maria Caroline, (1839-1871), verheiratet mit Pastor Konrad Ihlefeld und 2. Sophia Louise Helene Auguste (*1836), verheiratet mit dem Tuchhändler Henning Otto Behrend.

17-05. „Tochter v. Pastor Hager“. Fotograf: J. Kälcke, Wismar

Und noch eine Pastorenfamilie:

22-06. „Auguste Albrecht geb. Jantzen“. Fotograf: H. Krüger, Schwerin

Auguste Albrecht geb. Jantzen (1847-1918) ist die Ehefrau von Eduard Albrecht (1943-1916). Er ist von 1872 bis zu seinem Tod Pastor in Gielow. Das Paar hat mindestens drei Kinder: Friedrich Eduard Heinrich (*1871), Sophie Auguste Johanna Elisabeth (*1874) und Johannes Theodor Helmuth Wilhelm (*1876).
Das Kind auf dem nächsten Bild sollte der älteste Sohn sein:

22-07. „Pastor Albrecht u. Familie – Gielow.“ Fotograf: Ludwig Körner, Schwerin

Und noch ein Bild der Familie, wieder mit dem ältesten Sohn und mit Tochter.

22-08. Fotograf: F. Voigt, Güstrow

Zum Schluss noch einige Bekannte und Freunde der Familie.

22-01. „Senator Harms.“ Fotograf: C. Kindermann, Lübeck

Gustav Harms (1812-1887) war Senator und Kammer-Ingenieur. Verheiratet ist er mit Sophie geb. Waack (*1818).

07-02. „Frau Senator.“ Fotograf: W. Busecke, Hagenow

07-01 „Senator Harms Hagenow Großvaters Jugendfreund“. Fotograf: W. Busecke, Hagenow

Aus der Ehe der Familie Harms gehen mehrere Kinder hervor, u.a. Anna und Elisabeth.

22-03. „Frau Anna Ehlers – Brusow“. Fotograf: Hermann Linde, Lübeck

Anna Harms wird 1846 in Hagenow geboren. Sie heiratet August Gottlieb Adolf Ehlers, geb 1837. Der hatte sich kurz zuvor von seiner Ehefrau scheiden lassen, weil sie Ehebruch begangen haben soll. Familie Ehlers bewirtschaftet die Domäne Brusow, die später Sohn Gustav übernimmt. Anna stirbt im Dezember 1918 in Rostock.

Rostocker Anzeiger, 15.12.1918

22-04. „Frl. Elisabeth Harms.“ Fotograf: E. Bieber, Hamburg

Elisabeth Harms (*1849) arbeitet als Lehrerin auf dem lauenburgischen Gut Grünhof und stirbt bald nachdem das Foto aufgenommen wurde im Jahr 1871.
Es folgen einige Fotos der Familie Glantz, die in den 1830er Jahren Pächter in Hilgendorf waren und anschließend lange Zeit in Wöltzow.

14-06. „Frau Glantz Wöltzow“. Fotograf C. Freitag, Schwerin

Wilhelmina Korthüm (1809-1899) wird in Hagenow geboren. 1834 heiratet sie Friedrich Immanuel Christoph Glantz (1809-1883). Die Familie ist in den 1830er und 1840er Jahren Pächter in Hilgendorf und danach lange Jahre Gutsbesitzer auf Wöltzow.
Von den vier Kindern sind drei im Album mit Fotos vertreten.

20-01. „Frau Gerling geb. Glantz“. Fotograf: Hermann Linde, Lübeck

Elise Maria Sophie Glantz (1835–1916) heiratet 1859 August Ferdinand Gerling (1833-1899), Gutspächter aus dem holsteinischen Blumendorf.

Sophia Henriette Friedrike Glantz (1838-1910) heiratet 1860 Ernst Friedrich Martiennsen, Besitzer des Rittergutes Manderow.

20-03. „Frau Martienßen“

20-04. „Friedrich Glantz“. Fotograf: C. Möllhoff, Schwerin

Friedrich Glantz (1841-1918) bewirtschaftet als einziger Sohn das elterliche Rittergut Wöltzow.

Christian Herrmann Friedrich Stamer (*1810) war Pächter des Hofes Perdöhl bei Wittenburg und verheiratet mit Sabine Elise Catharina Stamer geb. Schuett (1821-1899).

14-07. „Frau Stamer – Perdöhl“. Fotograf: Lessmann, Halle

14-08. „Herr Stamer – Perdöhl“. Fotograf: Lessmann, Halle

Wilhelm Brunnemann (1827-1895) und Juliane Brunnemann geb. Schultz (1834-1910) sind in den 1860er Jahren Pächter in Luckwitz.

15-01. „Herr u Frau Brunnemann, Luckwitz“. Fotograf Edmund Behncke, Schwerin

Sohn Ernst Brunnemann (1853-1918) ist nach seinem Militärdienst Gutspächter von Alt-Vorwerk und anschließend in Kadow.

15-02. „Rittmeister Ernst Brunnemann“. Fotograf: Emil Schulz, Braunschweig

Marianne Schultz wird als Tochter des Gutspächters Ludolph Schultz 1846 geboren. Sie heiratet Albert Zöllner, Gutsbesitzer von Zahren bei Penzlin. Marianne Schultz verstirbt 1883.

15-03. „Frau Brunnemanns Schwester Marianne Zöllner“. Fotograf: H. Krüger, Schwerin

Henriette Sophia Schultz, geb. 1852, heiratet 1873 Julius Constantin Wilhelm Redeker, geb. 1843, Pastor zu Breselenz.

15-04 Frau Brunnemanns Schwester Frau Pastor Redeker, Breselenz. Edmund Behncke, Schwerin.

Friedrich Georg Joachim Wilms (1832-1893) ist ab ca. 1880 Pächter der Domäne Toddin.
Verheiratet ist er mit Lisette Caroline Henriette Friederike geb. Oldach (*1838).

16-01. „Wilms – Toddin“. Fotograf: H. Krüger, Schwerin

16-02 Frau Wilms. Fotograf: H. Krüger, Schwerin

Nach den Landwirten nun eine Försterfamilie.

16-08. „Mutter Frau Förster Rüst, Schwester v. Frau Bolten – Kloddram.“ Fotograf: A. Schützmann, Schwerin

Marie Auguste Charlotte Louise geb. Rohrdanz (1823-1885) heiratet Anton Christian Ludwig Rüst, Förster in Kogel. Die in der Bildunterschrift erwähnte Frau Bolten aus Kloddram ist Wilhelmine Bernhardine Luise geb. Rohrdanz. Ihr Ehemann Hermann Bolten bewirtschaftet in den 1860er und 1870er Jahren das Gut Kloddram und ist später Rittergutbesitzer auf Mustin.

16-07. „Frl. Toni Rüst“. Fotograf: Edmund Behncke, Schwerin

Die Tochter Antonie Josephine Marie Caroline Rüst wird 1857 in Cammin geboren und stirbt 1881 in Kaliss.
Und noch eine Försterfamilie:

20-05. „Förster Waterstradt mit Tante Elise – Mutters Patin“. Fotograf: H. Kelting, Parchim

Förster August Waterstradt (1822-1877) hat sein Revier in Marnitz und ist verheiratet mit Elise geb. Regelin (*1842).

20-06. „Ihre Kinder, Tochter war mit Hofrat Prestien verh.“ Fotograf: Georg Hass, Parchim

Die Kinder sind auf der Bildrückseite als Richard, Ina und Franz benannt. Ina Marie Alwine Waterstradt wird 1868 und heiratet 1890 den Rechtsanwalt Hermann Carl Adolf Johann Prestien (*1859). Richard Waterstradt lebt von 1867 bis 1878. Franz wird 1872 geboren und heiratet 1903 in Berlin.
Es findet sich auch noch die Abbildung einer zweiten Patentante von Clara Eisfeldt im Album.

20-08. „Frau Bölte, Mutters Patentante Miss Bird“. Fotografie: Hermann Linde, Lübeck

Clara Bölte wird 1845 als Tochter des Advocaten August Wilhelm Bölte und Maria Ernestine Bölte geb. Pelzer in Grevesmühlen geboren. Zur Volkszählung 1867 ist für Clara Bölte als Wohnort London angegeben. Sie heiratet 1874 in Grevesmühlen den angehenden Kaufmann Clarence Bird. Das Paar lässt sich dauerhaft in London nieder, bis Clara Bird 1910 verstirbt.
Amalie Louise Johanna Julie Wasmuth, geb. Zander,(1830-1911) ist mit dem Wittenburger Apotheker Christoph Johann Carl Vollrath Wasmuth verheiratet.

20-07. „Frau Waßmuth Wittenburg“. Fotograf: E. Thörenberg, Wittenburg

Ida Luise Auguste Poll wird 1850 in Doberan als Tochter eines Lehrers und Kantors geboren. Welche Beziehung zu Clara oder Mathilde Eisfeldt bestand, ließ sich nicht klären, da das Foto in Wittenburg entstand, kann man aber vermuten, dass es eine gab.

21-08 „Ida Kollmorgen geb. Poll“. Fotograf: Hermann Kurz, Wittenburg

1881 heiratet Ida Poll den Doberaner Gymnasiallehrer Louis Friedrich Carl Johannes Kollmorgen (1854-1915).

21-07. „Herr Kollmorgen“. Fotograf: August Best, Rostock

Zwanzig Fotos aus dem Album werden hier nicht gezeigt, weil die abgebildeten Personen nicht identifiziert werden konnten. Es bleibt also noch etwas zu tun.