Emma und Albert Beese

Albert Beese wurde am 02.03.1868 in Petersdorf bei Ribnitz geboren. Von Beruf war er Kaufmann und wohnte spätestens ab 1885 wahrscheinlich sogar ab 1881 in der Slüterstr. 9. Albert Beese heiratete im September 1894 Emma Engel. Auch wenn in den überlieferten Bildern und auch in den alten Adressbüchern vordergründig der Eindruck erweckt wird, so war Albert Beese doch kein Fotograf, sondern nur der Namensgeber des Ateliers.

Kurz nach der Hochzeit der Beeses erschien am 07.10.1894 in der Rostocker Zeitung die folgende Anzeige:
„Hiermit erlaube ich mir die ergebene Anzeige zu machen, daß ich mit dem heutigen Tage das photographische Geschäft des Herrn Aug. Best, Rostock, Blutstraße 14, übernommen habe und unter der Firma Albert Beese, vorm. Hofphotograph Aug. Best weiterführen werde. Gestützt auf meine langjährige Thätigkeit im oben genannten Atelier, erlaube ich mir, mich unter Zusicherung aufmerksamer und coulantester Bedienung einem geneigten Wohlwollen angelegentlichst zu empfehlen.
Hochachtungsvoll
Emma Beese, geb. Engel“

Emma Beese tarnte ihr Atelier mit dem Namen ihres Mannes. Dass Frauen, Juden und Ausländer in der Frühzeit der Fotografie ihren Ateliers Namen wie „Rembrandt“ gaben, war nicht ungewöhnlich. Adolfine Arnold, Ehefrau des Fotografen Adolf Arnold, hatte am Hopfenmarkt 28 zwei Jahre zuvor ein Berliner Atelier eröffnet, dass sie nach wenigen Monaten schon an ihren Sohn Hans übergab.

Überliefert ist, dass die Witwe von F.H. Dethleff dessen Atelier für ca. ein Jahr 1874 fortführte. Von der Witwe Becker, die von 1894-99 in der Ulmenstraße ein Atelier gehabt haben soll, ist nahezu nichts bekannt. Zumindest für 1899 ist (der Sohn?) Alexander Becker als Fotograf in der Ulmenstraße nachgewiesen.
So scheint Emma Beese die erste Rostocker Fotografin zu sein, die zu diesem Beruf nicht aufgrund familiärer Prägungen kam. Emma Engel wurde als Tochter eines Schiffszimmermanns 1871 in Rostock geboren. Als sie 1894 das Atelier übernahm, war sie noch nicht einmal 23 Jahre alt. 1897 wird Emma Mutter einer Tochter.
Während des Pfingstmarktes im Mai 1898 inseriert Emma Beese mehrfach in der Rostocker Zeitung.
Bis 1898 wird „Beese, Albert, (vorm. Hof-Photogr. Aug. Best), Inh.: Emma Beese, geb. Engel, photogr. Atelier, Blutstr. 14“ im Adressbuch im Namensteil geführt. Außerdem ist Albert Beese auch als Kaufmann geführt. 1899 findet sich der Kaufmann Albert Beese letztmalig im Adressbuch.
Im Jahr 1900 wohnen Emma und Albert Beese mit Tochter und Emmas Mutter in Malchin. Im Volkszählungsbogen von 1900 ist bei Emma in der Zeile Beruf /Tätigkeit nichts eingetragen. 1901 und 1907 wird Emma nochmals Mutter. 1919 lebt sie mit Mann und Kindern in Marlow.

Einige Bilder haben sich erhalten.

Ende des 19. Jahrhunderts zog das Ländliche ins Requisitenlager der Fotografenateliers ein. Oft diente ein Holzzaun als Kulisse. Nicht so oft wird es in Rostock Felsblöcke gegeben haben. Und noch seltener werden diese kurz vorm Umkippen fotografisch festgehalten worden sein.

Abgebildet ist Hans Paul Werther, Sohn des langjährigen Direktors der Rostocker Sparkasse Wilhelm Werther. Auf die Fotografenbesuche der Familie Werther wird in Artikeln zu den Fotografen August Best und Fritz Blohm noch weiter eingegangen.


                                          Rückseite des Visitproträts.

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